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Warum wir nicht „KI-frei“ sagen – Selbstverpflichtung vs. geprüftes Siegel

Warum wir nicht „KI-frei“ sagen – Selbstverpflichtung vs. geprüftes Siegel

Warum wir nicht „KI-frei“ sagen – Selbstverpflichtung vs. geprüftes Siegel

„KI-frei“ klingt eindeutig, ist es aber nicht. Warum wir von „ohne generative KI“ sprechen und was ein geprüftes Siegel von einer Selbstauskunft unterscheidet.

„KI-frei“ klingt eindeutig, ist es aber nicht. Warum wir von „ohne generative KI“ sprechen und was ein geprüftes Siegel von einer Selbstauskunft unterscheidet.

„KI-frei“ klingt eindeutig, ist es aber nicht. Warum wir von „ohne generative KI“ sprechen und was ein geprüftes Siegel von einer Selbstauskunft unterscheidet.

noai siegel

Vielleicht bist du hier gelandet, weil du nach einem „KI-frei“-Siegel gesucht hast. Das Wort ist eingängig, und wir verstehen, warum es so beliebt ist. Wir benutzen es trotzdem nicht. Hier erklären wir, warum – und was wir stattdessen sagen.

KI steckt längst in alltäglichen Werkzeugen

Viele Programme, mit denen Kreative jeden Tag arbeiten, nutzen heute KI, ohne dass man es merkt:

Wer streng genommen „KI-frei“ verspricht, müsste also auch auf solche Werkzeuge verzichten. Sonst ist das Versprechen nicht ganz wahr. Und genau so ein Versprechen wollen wir weder dir noch deinen LeserInnen machen.

Der Unterschied, auf den es ankommt: erzeugen oder unterstützen

Sinnvoller ist die Frage, ob eine KI das Werk erzeugt hat oder ob du nur beim Arbeiten unterstützt wurdest. Amazon KDP trennt genau so (KDP Content Guidelines):

  • KI-generiert sind Texte, Bilder oder Übersetzungen, die ein KI-Werkzeug erstellt hat – auch dann, wenn du sie danach stark überarbeitet hast. Das musst du bei KDP angeben.

  • KI-unterstützt ist es, wenn du den Inhalt selbst erstellt hast und KI nur zum Bearbeiten, Verfeinern oder Fehlerprüfen genutzt hast. Das musst du bei KDP nicht angeben.

Bei menschgemacht ist die Grenze strenger. Ausgeschlossen ist alles, bei dem ein technisches System gestalterische Substanz erzeugt, die vorher nicht da war, und die dann ins Werk eingeht. Hilfswerkzeuge wie eine Rechtschreibkorrektur oder das Entrauschen eines Fotos sind in Ordnung. Lässt du dir dagegen von einer KI deine Sätze umformulieren, ist das bei uns keine bloße Unterstützung mehr, auch wenn Amazon es noch so einordnen würde. Kurz gesagt: KI als Werkzeug ja, KI, die Texte oder Bilder für dich erzeugt, nein (menschgemacht: FAQ).

Warum ein ungenaues Versprechen ein Risiko ist

Im deutschen Wettbewerbsrecht gilt eine geschäftliche Handlung als irreführend, wenn sie unwahre oder zur Täuschung geeignete Angaben enthält, zum Beispiel über die wesentlichen Merkmale einer Ware (§ 5 UWG). Wer ein Buch als „KI-frei“ bewirbt, obwohl eine KI-gestützte Rechtschreibprüfung im Spiel war, macht sich unnötig angreifbar. Ob das im Einzelfall rechtlich relevant wäre, kann nur eine Anwältin oder ein Anwalt beurteilen. Ein präzises Versprechen erspart dir die Frage aber von vornherein.

Dazu kommt: Kein Verfahren kann heute mit letzter Sicherheit nachweisen, ob KI im Spiel war. Selbst OpenAI hat sein eigenes Erkennungswerkzeug 2023 wieder abgeschaltet, weil es zu ungenau war (OpenAI). Ein absolutes „KI-frei“ lässt sich also auch von außen nicht belegen.

Selbstauskunft oder geprüftes Siegel?

Eine ehrliche Selbstauskunft ist besser als nichts. Sie hat aber eine Schwäche: Niemand schaut nach. Wer dein Buch kauft, muss dir einfach glauben.

Bei einem geprüften Siegel kommt etwas dazu (menschgemacht: So prüfen wir):

  • Verbindliche Selbstverpflichtung: Du erklärst rechtsverbindlich, dass du ohne generative KI gearbeitet hast.

  • Prüfung durch Fachleute: Texte werden stilometrisch analysiert, und erfahrene Fachleute bewerten das Ergebnis. Cover, Illustrationen und Fotos sehen sich GrafikexpertInnen an.

  • Der Entstehungsprozess zählt: Frühere Fassungen, Notizen, Skizzen, Ebenen, RAW-Dateien und EXIF-Daten zeigen, wie dein Werk entstanden ist.

  • Nachvollziehbares Ergebnis: Zertifizierte Werke bekommen ein Zertifikat mit eigener ID-Nummer.

Die Prüfung ersetzt deine Erklärung nicht, sie stützt sie. Deshalb kombinieren wir beides.

Was wir stattdessen sagen

Statt „KI-frei“ steht bei uns ein Satz, den wir auch einlösen können: Die Urheberin oder der Urheber hat sich verpflichtet, ohne generative KI zu arbeiten – und dies von Fachleuten prüfen lassen. Das ist etwas länger, dafür stimmt es.

Du willst wissen, wie die Prüfung im Detail abläuft? Lies So prüfen wir oder merk dich jetzt unverbindlich vor.